Wunsch nach Punsch 

Ein Winter wie seit Jahren nicht mehr. Wie damals vor dem Klimawandel. Sollen doch die Wetterfrösche im Nachhinein den Februar wieder mal als 0,2 Grad Celsius zu warm einstufen - wer auf Schnee, Ski und Schlitten steht, kommt in diesen Wochen auf seine Kosten.

Fester Bestandteil eines sportlich geprägten Wintertages ist naturgemäß das Apres Ski bzw. in liftfreien Zonen das Apres Schlitten. Bei einem Feuerchen vor der Schneebar hocken, in der linken Hand die frische Waffel, in der rechten eine Tasse heiße Schokolade meinen Schuss Rum - ach das Leben kann so schön sein.

Genau dies dürfte am vergangenen Wochenende auch eine Müsenerin gedacht haben. Statt heißen Kakao bevorzugte sie freilich Glühwein. Im düsteren Kellergewölbe erspähte sie zwei Flaschen. Vom heißen Herd gelangte das leckere Wintergetränk in die Thermoskanne und von dort in die Nachbarschaft, wo sich bereits eine gesellige Schar zusammengefunden hatte.

Mit jedem Schluck stieg die Stimmung im Flockenwirbel und schwand die Soge vor dem morgendlichen Kater. Ach ja, der nächste Morgen. Alles lief wie erwartet: leichtes Magengrummeln, sanftes Kribbeln im Kopf und natürlich etwas Durst.

Dieser Schwebezustand währte exakt so lange, bis Töchterlein die Küchentür öffnete, die leeren Flaschen erblickte und erstaunt fragte:"Wer hat denn den ganzen Kinderpunsch getrunken?" Siehe da: Sämtliche Zipperlein waren schlagartig verschwunden.

Quelle: Siegener Zeitung, 06.02.2010