Stoff zum Schmunzeln

Mehr als 2000 Passagiere, 120 Butterfahrten, 300 ehrenamtliche Helfer, Matjes und Seelachs satt, volles Haus in Haifisch- und Hafenbar, dazu ein täglich wechselndes Rahmenprogramm mit viel Musik und einigen Überraschungen – das 4. Müsener Hafenfest vom 1. bis 8. September in Südwestfalens größtem Naturfreibad hat sämtliche Erwartungen übertroffen. Turnverein und Löschzug Müsen als gemeinsame Ausrichter dürfen zufrieden sein. Und natürlich bot das Ereignis erneut reichlich Stoff zum Schmunzeln. – Drei Beispiele:

Geldwäsche: Nach schweißtreibenden Stunden in der Pommesbude wollte Caro S. die Kasse mit den Tageseinnahmen sicher verstauen. Leider war die Kiste nicht fest abgeschlossen und öffnete sich entgegen dem Willen ihrer Trägerin. Das gesamte Geld ergoss sich in einen vollen Ketchup-Eimer. Wie lange es gedauert hat, bis Sterntaler die Münzen und Scheine wieder aus dem Pott gefischt und die anschließende Dreifachwäsche gedauert hat, ist nicht bekannt.

Ausflug: Zu den ältesten auswärtigen Hafenfest-Besuchern dürften zwei Frauen aus Siegen gehören. Jeden zweiten Mittwochnachmittag unternehmen die beiden rüstigen Damen einen gemeinsamen Ausflug, wobei die jüngere (80 Jahre) das Auto steuert und die ältere (89 Jahre) auf dem Beifahrersitz Platz nimmt. Über die Siegener Zeitung hatten sie vom Hafenfest erfahren, ungläubig den Kopf geschüttelt und sich dann zum Schauplatz des Geschehens durchgefragt.

Am Kuchenbuffet kamen die Besucherinnen mit TuS-Vorsitzendem Herbert Jung ins Gespräch. Als er ihnen ein Stück Torte an den Tisch bringen wollte, winkte die 89-Jährige energisch ab: Den könne ihre Freundin tragen, die sei noch jung genug. Der Zeitraum bis zur nächsten Fahrt ins Blaue währte diesmal übrigens keine zwei Wochen. Bereits am nächsten Tag schauten die beiden Seniorinnen erneut vorbei und ließen sich vom maritimen Flair verzaubern.

Proviant: Eine andere Frau aus dem Raum Hilchenbach stieg jeden Tag während des Hafenfests aus dem Bus. Während der Omnibus bis zum Ortsausgang weiterfuhr, um dort zu wenden, marschierte sie geschwind zum Imbiss-Stand. Dort orderte sie ein Fischbrötchen und verschwand wieder eiligst in Richtung Haltestelle. Diese erreichte sie stets gerade rechtzeitig vor dem Bus auf dessen Rücktour – alles eine Frage des Timings.

Quelle: Siegener Zeitung, 16.11.2011