Dreistimmiger Kanon für Hausmeister "Hille"

In der Nordsiegerländer Faustball-Szene galt "Hille" zeitlebens als gewiefter Schlagmann mit Vorbild-Charakter. Inzwischen lässt es der Müsener etwas ruhiger angehen. Schließlich ist er nicht mehr der Jüngste. Ausgerechnet gestern, an seinem 60. Wiegenfest, traf den schlagfertigen Schlacks der Schlag aus völlig unerwarteter Richtung, ein 200-köpfiger Chor schmetterte ihm lautstark ein Ständchen entgegen. Dieses überraschende Geburtstagsgeschenk verdankte Klaus-Dieter Hildebrandt nicht im geringsten seiner Verdienste um den Faustball-Sport, sondern vielmehr seiner Tätigkeit als Hausmeister der örtlichen Stahlberg-Grundschule.

Dort muss er im Laufe der Zeit einen recht hohen Beliebtheitsgrad erlangt haben. Wie sonst ließe sich erklären, dass 185 Kinder und 15 Lehrkräfte in der großen Pause das schützende Forum verlassen und im strömenden Regen ins "Unterdorf" marschieren? Rektor Thomas Bosch hatte sich zwar Tags zuvor bei "Hilles" besserer Hälfte Annemarie (übrigens an deren Geburtstag) erkundigt, ob der Jubilar denn wohl zu Hause weilen oder den Urlaubstag woanders verbringen werde - einen XXL-Chor hatte aber auch sie nicht erwartet.

Der Coup glückte. Unter Regenschirmen und Kapuzen erklang dreistimmig der Kanon "Viel Glück und viel Segen ..." Nun ist Müsens Schulhausmeister nicht gerade ein Stimmwunder, sonst hätte er gewiss mitgesungen. Vielleicht verschlug es ihm aber auch vor Rührung kurzzeitig die Sprache.

Quelle: Siegener Zeitung, 24.05.2014