GEFANGEN in der ALTEN MENAGE!

Ein paar Worte vom neuen Eigentümer des letzten Bergbaugebäudes in Müsen

Schlüsselübergabe_1Dem Hinweis von Jenny Bensberg folgend, habe ich im Oktober 2015 angefangen, mich für die Alte Menage zu interessieren. Das ehemalige Schlafhaus der Bergarbeiter hat schwere Witterungsschäden erlitten und es war offensichtlich, dass rasch bald jemand eingreifen muss, damit das schöne alte Haus nicht dem Verfall zum Opfer fällt.

Nach langer Planung kam es nun zur Unterzeichnung des Kaufvertrages beim Notar Menn in Hilchenbach und dann am 08.06.2017 zur schriftlichen Bestätigung des Bürgermeisters Holger Menzel. Vertreter der Stadt Hilchenbach und der örtlichen Presse kamen in die Alte Menage, um dort der kleinen Zeremonie beizuwohnen. Zuerst mutete es mir ein bisschen übertrieben an, soviel „Zinnober“ darum zu machen, doch genauer betrachtet war diese kleine Geste der Schlüsselübergabe ein wichtiger Schritt nicht nur für mich, sondern auch für die Stadt Hilchenbach und die Gemeinde Müsen.

Das Haus muss komplett kernsaniert werden und das unter Einbindung des Denkmalschutzes. Es musste also wirklich ein „Spinner“ her, einer, der verrückt genug ist, so ein Mammutprojekt in Angriff nehmen zu wollen. Nun, es hat mehr als ein Jahrzehnt gedauert, aber die Stadt Hilchenbach hat endlich diesen verrückten Spinner gefunden...

Ich habe mich bewusst nach einem alten Gebäude umgesehen. Warum? Weil die alten Häuser viel besser gebaut sind, weil sie schöner sind und am Ende eigentlich so gut wie den gleichen finanziellen Aufwand darstellen. Warum mit neuen Fertigbauklötzen kontinuierlich die Landschaft und das Stadtbild verschandeln?

Um das Gebäude bewirtschaften und zugleich (zumindest teilweise) für die Öffentlichkeit nutzbar machen zu können, musste ein guter Plan her: Abgesehen von einer eigenen und einer Mietwohnung sowie Büroräumen für mein Gewerbe als Film- und Videodienstleister (www.undaction.org), wird das Erdgeschoss zum größten Teil zu einem Eventbereich ausgebaut. In diesem werden dann unterschiedliche Konzepte von anspruchsvoller Unterhaltung umgesetzt. Primär sind der sogenannte „Escape Room“ und Menütheater (auch bekannt unter dem geschützten Begriff „Krimidinner“) angedacht.

Die Veranstaltungen in der Alten Menage sollen einen Bezug auf die Historie des Ortes und des Gebäudes nehmen. Sogenanntes „Histotainment“, also mittels Unterhaltung historisches und/oder traditionelles Wissen zu vermitteln, steht hier ganz klar auf der Agenda. Wichtig ist mir, auf stumpfe Massenunterhaltung zu verzichten, sondern außergewöhnlichen Spaß für Jung und Alt anzubieten.

Das Ganze wird natürlich noch etwas dauern, doch den ersten Escape-Room können wir vermutlich bereits im kommenden Jahr eröffnen. Ein genaues Datum zu nennen wäre wagemutig, denn trotz aller Planung sind immer noch zu viele Unbekannte in der Gleichung, vor allem, weil die einzigen finanziellen Mittel für die Rettung der Menage aus meiner eigenen Tasche und den Fördermitteln der Stadt stammen werden. Die lokalen Banken haben sich nicht dazu bereit erklärt, dieses Vorhaben zu unterstützen, was bei mir die bittere Frage aufwirft, was ich bei Werbeslogans wie „WIR leben die Region“ falsch verstanden habe. Bedauerlich.

Dennoch bleibe ich optimistisch, denn ich habe bereits sehr viel Hilfe bekommen. Die Stadt Hilchenbach zum Beispiel hat mir sehr viele Steine aus dem Weg genommen, hat mich beraten und Tipps gegeben. Die Tischlerei Bensberg stützt das Projekt ebenso wie Stefanie Schulz vom Architekturbüro Schulz-Ballion, wie der Dachdecker Philipp Klein, der Altenberg-Stahlberg-Verein und viele mehr.

Auf der Webseite www.alte-menage.de werden zukünftig immer wieder Neuigkeiten und Infos zum Projekt online gestellt werden, es gibt zudem noch eine Facebook-Seite unter dem Namen Alte Menage, die ebenfalls auf dem Laufenden halten wird.

Über Hilfe jeglicher Art werden wir uns sehr freuen! Dabei kann es sich um verschiedene Arten der Hilfe handeln, seien es helfende Hände, oder auch Spenden von nicht mehr gebrauchtem Werkzeug oder Material, vielleicht auch alte Möbel oder Gebrauchsgegenstände, welche die Alte Menage wieder in das Flair der Jahrhundertwende zurück verwandeln können. Das Haus und ich werden sehr dankbar sein!

Zwei Dinge noch vorm Ende: Zum Einen wird die Toilettenanlage im Gewölbekeller weiterhin für das Stollenmuseum erhalten bleiben und zum Anderen wird auch die „Zeche“ im zweiten Gewölbekeller unter der alten Verwaltung bleiben, so dass z.B. der Ausklang des Müsener Weihnachtsmarktes auch fürderhin ordnungsgemäß „begossen“ werden kann.

Es ist verrückt, es wird hart, aber es wird toll! Es wird... Müsen!

Rainer ZIPP Fränzen

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