In den letzten Tagen konnte man in der Siegener Zeitung lesen, dass die Dichheitsprüfung für Abwasserkanäle von Privathaushalten vom Tisch ist. Dieser Artikel bassierte wohl auch auf der Pressemitteilung des NRW-Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, die Ihr hier nachlesen könnt: Landesregierung: Kanäle müssen funktionsfähig und dicht sein.

Darin teilt das von dem Siegener Johannes Remmel geleitete Ministerium mit: "Für andere private Abwasserleitungen außerhalb von Wasserschutzgebieten werden keine landesrechtlichen Vorgaben gemacht". Das hört sich gut an. Aber der nächste Satz trübt die Stimmung: "Die Kommunen können allerdings ihrerseits durch Satzung festlegen, innerhalb welcher Frist, je nach Anforderung der örtlichen Abwasserkonzeption, eine Bescheinigung über das Ergebnis einer Prüfung vorzulegen ist." Damit könnte die Stadt Hilchenbach in einer eigenen Satzung trotzdem eine Prüfung verlangen. Deshalb hoffen wir mal, dass sowohl Stadtverwaltung wie auch der Rat an die Versprechen halten und nichts unternehmen.

Nicht ganz so rosig sieht das aber für Bewohner in Wasserschutzgebieten aus. Hier beleiben die bisherigen Prüfungsfristen bestehen! Und Unternehmen müssen auch außerhalb von Wasserschutzgebieten eine Prüfung durchführen. Der Stichtag hierfür ist der 31.12.2020. Auf der Webseite www.alles-dicht-in-nrw.de wird auch dieser Passus sehr kritisch gesehen. Man sieht hier die Gefahr, dass auch der Besitzer von Photovoltaikanlage als Unternehmen angesehen wird und so doch viele Privatleute eine Prüfung durchführen lassen müssen.

Die Dichtheitsprüfung ist also noch nicht komplett vom Tisch, auch wenn für die meisten Müsener und Hilchenbacher die Gefahr gebannt zu sein scheint.

Über den aktuelle Stand und viele weitere Infos zur Dichheitsprüfung findet Ihr auf der Seite des Umweltministeriums. Kritisch mit dem Thema setzt sich der Initiative Alles Dich in NRW auseinander.