Der größte Verein ist kaum bekannt

Müsens größter Verein ist die Notgemeinschaft. Christiane Köppen und Heike Stötzel brachten ihren Mitbürgern jetzt beim Bürgerforum den Verein in Erinnerung, der 1260 Mitglieder hat. Ihren Hinterbliebenen wird der Verein 220 bis 370 Euro zu den Beerdigungskosten der Mitglieder beisteuern.

Das sei nicht mehr viel in der heutigen Zeit, „aber in solchen Momenten hilft jeder Euro“, sagte Christiane Köppen — zumal die Mitgliedschaft mit 5,10 Euro im Jahr auch mehr als günstig sei. In früheren Jahren seien auch bis zu 500 Euro aus Überschüssen ausgezahlt worden, die es aber aktuell durch die niedrigen Zinsen kaum noch gebe.

Der bereits 1923 gegründete Verein sei immer noch der größte in Müsen, „aber wir werden ständig weniger“, bedauerte Köppen und wünschte sich, dass eine fast 100 Jahre bestehende Gemeinschaft doch auch weiter existieren möge. „Wie kann ich denn da eintreten?“, fragte einer der jüngeren Müsener. „Du bist schon Mitglied“, kam die überraschende Antwort von Christiane Köppen. In vielen Fällen zahlten die Eltern die Beiträge über Jahre oder Jahrzehnte für die ganze Familie, die darüber oft gar nicht informiert sei. „Das bedeutet natürlich auch, die Kinder wissen nichts davon und können es dann gar nicht an ihre Kinder weitergeben“, fasste Jens Weigand für das Bürgerforum zusammen. Stadtverordneter Andreas Bolduan regte eine Internetseite für den Verein an, der inzwischen Mitglieder aus ganz Hilchenbach aufnimmt. Unabhängig vom tatsächlichen Eintrittsalter werden mindestens die vom 40. Geburtstag an fälligen Beiträge erhoben.

Neues aus dem Dorfgeschehen

Beim Dorfgespäch gab es weitere Neuigkeiten:
Bürgerhaus: Positives vermeldete Jens Weigand in Sachen Bürgerhaus und Kulturverein. Inzwischen sei es gelungen, einen neuen Vorstand für den Verein zu finden. Das Interesse sei derart groß gewesen, dass es künftig sogar einen Beirat gebe, der aus „drei jungen Damen aus dem Musikverein besteht, die auch großen Spaß an Marketing haben“. Das Bürgerhaus könne damit für das kommende Jahr wieder privat gebucht werden und solle nach Vorstellung des neuen Vereinsvorstandes auch sonst deutlich stärker genutzt sowie weiter in den Mittelpunkt des Dorflebens gerückt werden. Zeitweise sei überlegt worden, den Namen „Kulturverein“ zu ersetzen, dieser Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen. Auch hier seien jedenfalls neue Mitglieder stets willkommen.
Altenbergturm: Für das kommende Jahr stellte Andreas Bolduan abschließend ein großes Fest in Aussicht. Der Neubau des Altenbergturms sei endlich beschlossen und gesichert, habe Rolf Golze vom Verein Altenberg und Stahlberg wissen lassen; das müsse natürlich entsprechend gefeiert werden. Spenden seien aber weiterhin willkommen, erinnerte Bolduan und machte darauf aufmerksam, dass es für zehn Euro immer noch eine schöne Nadel gebe.

Michael Kunz

Quelle: derwesten.de, 03.11.2015