6. Dezember
Nikolaustag = Bärentag

Alle Jahre wieder - am Nikolaustag - sieht man in Müsen nicht nur kleine Nikoläuse von Haus zu Haus gehen, sondern auch eine wilde Horde von kostümierten Männern. Die Junggesellen sind verkleidet als Bär, Zigeuner, Neger, Säukopp, Musiker und Frau. Manchmal sind auch weitere lustige Gestalten beteiligt.

Sie ziehen von Haus zu Haus und bringen denjenigen, die sich trauen ihre Tür zu öffnen, ein Ständchen. Das muss mit einer Spende und einer alkoholischen Gabe "bezahlt" werden. Das dies aber nicht vor der "Strafe" schützt, mussten schon viele Müsener am eigenen Leibe spüren. Die jungen Männer haben neben den Instrumenten und der Kasse auch reichlich schwarze und braune Farbe dabei. Und so sieht so manch unbeteiligter Müsener schnell wie der Neger oder einer der Zigeuner aus. In früheren Jahren wurde dafür noch Schuhwichse verwendet, aber mittlerweile ist man zu Theaterschminke übergegangen, so dass sich der "Schaden" in vertretbarem Rahmen hält.

Das lustige Treiben ist gerade bei den jüngeren Müsenern beliebt. Denn hier kann man zeigen, ob man schneller als der Neger laufen kann. Die Gewinner kann man an den weißen und die Verlierer an den schmutzigen Gesichtern erkennen.

Bei diesem Spektakel handelt es sich um einen alten Brauch. Die genaue Geschichte der Müsener Bären können Sie in dem Artikel "Ein alter Müsener Brauch: Das Bärenleiten in Müsen" von Wolfgang Leyener nachlesen. Der Artikel stammt zwar aus dem Jahr 1978, hat aber an Aktualität nichts verloren